Kirche

1. Geschichte der Düpower Dorfkirche

Es handelt sich um einen für die Gegend typischen rechteckigen, relativ flachgedeckten Feldsteinbau. Die ältesten Teile (Kirchenschiff und Ostgiebel) stammen aus der Frühgotik (13. Jh.).  Das Feldsteinmauerwerk ist sehr regelmäßig und es sind Teile des bauzeitlichen Putzes erhalten.

Der quadratische Turm mit schlichtem Satteldach, sowie Fachwerkgiebel im Norden und Süden wurde später angefügt und stammt aus der Spätgotik (15. Jh.). Er birgt ein Glockengeschoss mit spitzbogig gekuppelten Schallöffnungen, sowie spitz- und rundbogige Blendnischen aus rotem Backstein.

Eine der drei Glocken stammt von 1466. Im Jahre 2016 kann die Kirchengemeinde Düpow 550-jähriges Glockenjubiläum begehen.

An der Nordseite des Turm befindet sich oberhalb der Uhr ein Gesichtsrelief, ein sogenanntes “Vera Ikon” (das sog. “wahre Gesicht”). Diese Darstellung Jesus stellt eine echte Besonderheit in unserer Gegend dar und ist sonst in unserer Region nicht zu finden. (Die Geschichten vom “Totenkopf” und vom angeblichen Absturz eines Bauarbeiters beim Bau der Kirche gehören damit wohl eher ins Reich der Legenden.)

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Abb.1. Quelle: untere Denkmalbehörde Perleberg 2012,  Datierung anhand der heute noch vorhandenen Holzbalken bzw. Putz- und Mauerwerk

Nach den neuesten Erkenntnissen der Denkmalbehörde des Landkreises Prignitz mittels dendrochronologischer Untersuchungen (Altersbestimmung von Holzbalken), handelt es sich um die älteste Dorfkirche der Prignitz.

Im 18. und 19 Jh. gab es grundlegende Veränderungen am Kirchenbau. So erkennt man an der Nordwand des Turmes, dass die Firsthöhe des Kirchenschiffes herabgesetzt wurde und dabei auch das Traufgesims erneuert wurde. Außerdem gab es massive Veränderungen an Fenstern und Eingängen. So kann man heute noch erkennen, dass das mittlere Fenster an der Ostwand und ein ehemaliger Eingang an der Nordseite vermauert wurden. Ebenso wurden die Fenster vergrößert und ihre ehemals spitzbogige Form abgerundet. Das Mauerwerk des Turmes wurde auch weitgehend im 19. Jh. neu überputzt.

Die Ausstattung des Innenraums (Bänke, Empore, Altar und Winterkirche) stammt ebenfalls aus dem 19.Jh. 1869 wurde die Orgel von Carl August Buchholz, einem der damals bekanntesten Berliner Orgelbaumeister, eingebaut (siehe Punkt 2.)

In den 1970er und 1980er Jahren hat die Kirche stark unter mangelnden Finanzen und Vandalismus gelitten. So war das Dach des Turmes und des Kirchenschiffes stark verfallen und undicht. Fenster waren eingeschlagen, die Orgel unbrauchbar und durch Diebstahl unvollständig geworden. Dem unermüdlichen Engagement des damaligen Gemeindekirchenrates (u.a. den Herren Marfried Multhahn und Erhard Schumann) ist es zu verdanken, dass neue Fenster eingebaut werden konnten und der Innenraum in einem ordentlichen Zustand erhalten wurde. Nach der Wende wurde dann 1992 die Orgel ausgebaut und ausgelagert, um weitere irreparable Schäden durch Nässe zu vermeiden.

In den Jahren 1995 – 1998 wurden in Düpow gezielt für die Erhaltung der Kirche Spenden gesammelt. Dabei sind sage und schreibe insgesamt ca. 25.000 DM zusammen gekommen! In Kofinanzierung mit der Landeskirche, dem Kirchenkreise, der Kommune und der Kirchengemeinde gelang es dann mit einem finanziellen Volumen von ca. 150.000 DM in 3 Bauabschnitten 1996 zuerst das Turmdach, im Sommer 1998 das Kirchenschiffdach (mit besonderem Einsatz von Mitgliedern der Gemeinde, siehe Abb.2) und schließlich im Herbst 1998 die Orgel in vollem Umfang zu restaurieren. Dies wurde am 31.10.1998 mit einem Festgottesdienst gefeiert.

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Abb.2 Decken des Kirchenschiffs (von li. Ilse Guhl, Wilfried Thalmann, Fritz Guhl, Erhard Schumann)1998

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Abb.3 Märkische Allg. vom 2.11.1998

Im Jahre 2006 konnte noch einmal durch den persönlichen Einsatz einzelner Düpower eine Verbesserung im Innenraum geschaffen werden (siehe Abb. 3). Unterhalb der Sitzbänke wurde eine Holzdielung eingebaut zur Isolation vor Bodenkälte. Im gleichen Zuge wurde eine Sitzheizung installiert, die Bänke mit Kissen versehen und neue Teppichläufer sowie eine neue samtene Altarverkleidung angeschafft.

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Abb.4 von li. Erhard Schumann, Dieter Fenner, Günther Friedrich und H. Jeschke 2006

Später wurden die Innenwände und die Kanzel farblich aufgefrischt und der Kronleuchter sowie die Kerzenhalter restauriert, so dass sich die Kirche seit dem in einem guten Zustand befindet.

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Abb.5 Innenraum mit Altar

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Abb.6 Innenraum mit Orgel, Empore und Winterkirche

 

2012 konnte anlässlich einer Spendensammlung die alte Kirchturmuhr durch ein elektrisches Geläut ausgetauscht werden. Jahrzehntelanges tägliches Auf- und Absteigen (zuletzt durch Herrn Schumann) um die Uhr aufzuziehen, war damit nicht mehr nötig. Das alte Uhrwerk wurde geborgen und im Turmeingang ausgestellt (siehe Punkt 3.)

2013 wurde die Winterkirche renoviert, mit neuen Heizstrahlern und neuer Bestuhlung versehen. Hier findet im Winter der Gottesdienst statt, auch der Frauenkreis etc.

Im Turmeingang wurde außerdem 2013 eine Zwischendecke eingezogen, um die Staubbelastung von oben einzudämmen, da im Eingang ein Ausstellungsraum geschaffen werden soll. Durch farbliche Auffrischung der Wände, Aufräumarbeiten und die Installierung von Strahlern wird dort die alte Kirchturmuhr zu sehen sein, sowie Tafeln zur Geschichte der Düpower Kirche.

Bis zum Dorffest im Juni 2014 werden noch einzelne kleine Arbeiten an der Kirche vervollständigt. Durch eine großzügige Zuwendung eines anonymen Spenders mittels der deutschen Stiftung Denkmalschutz bekommt die Düpower Kirche in diesem Jahr noch neue Fenster, die in Anlehnung an die ursprüngliche Bleiverglasung gestaltet werden.